Sülfelder*innen wehren sich!

Tobias von Pein: Einer der gewaltbereitesten und gefährlichsten rechtsextremen Intensivtäter Schleswig-Holsteins kehrt mit unguten Absichten in seine alten Heimat zurück.

Tobias von Pein Bild: Foto: Michael August

„Staatsschutz und Verfassungsschutz müssen Bernd T. genau im Auge haben.“

Tobias von Pein

Zur aktuellen Berichterstattung, rund um Bernd T. und den Aryan Circle, erklärt der Sprecher gegen Rechtsextremismus der SPD-Landtagsfraktion, Tobias von Pein:

„Einer der gewaltbereitesten und gefährlichsten rechtsextremen Intensivtäter Schleswig-Holsteins kehrt mit unguten Absichten in seine alten Heimat zurück. Man könnte den Eindruck gewinnen, in Sülfeld im Kreis Segeberg ist ein Promi eingezogen, so breit ist die Medienberichterstattung über den jüngsten Rückkehrer in seine Heimat, Bernd T. Leider handelt es sich bei ihm nicht um einen Schauspieler, sondern um einen verurteilten Totschläger und Neonazi mit Verbindungen zu Terroranschlägen in Hessen.

Bernd T. gehört zu den gewaltbereitesten und gefährlichsten rechtsextremen Intensivtätern, die wir in Schleswig-Holstein haben und versucht nun Menschen für sich zu rekrutieren. Dieser Mensch kommt nicht mit guten Absichten zurück nach Segeberg. Für ihn ist ein Menschenleben nichts wert, das hat er bewiesen.

Er ist seit den frühen 1990er Jahren durchgängig in gewaltbereiten rechtsextremen Gruppierungen aktiv und hat zahlreiche Haftstrafen wegen Gewaltdelikten verbüßt. Dass er nun, unter den Augen der Öffentlichkeit, versucht mit dem Aryan Circle Nord eine Terrorzelle zu etablieren – und anders darf man es angesichts des fürchterlichen antisemitischen Terroranschlags von Halle nicht nennen – muss vom Rechtsstaat mit aller Härte beantwortet werden, denn er hat zu lange die Augen vor derartigen Bedrohungen verschlossen.

Es ist genau richtig, dass die Sülfelder*innen sich gegen die rechtsextremen Umtriebe in ihrer Nachbarschaft wehren. Dieses Verhalten kann eine liberale Demokratie nicht dulden!

Staatsschutz und Verfassungsschutz müssen Bernd T. genau im Auge haben.

Hintergrund:
Bernd T. hat, nachdem er in Segeberg in den 1990er Jahren zahlreiche Gewalttaten beging und unter anderem einen Obdachlosen zu Tode prügelte, die vergangenen Jahre seit 2002 in Kassel verbracht, wo er in der dortigen rechten Szene um Combat 18, einer internationalen rechten Terrororganisation, aktiv war. Einer seiner Kameraden von dort, Stephan E., gelangte im Juni zu trauriger Berühmtheit, als er den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermordete. Womöglich stammte die Mordwaffe ebenfalls aus Schleswig-Holstein, der Kontakt könnte über T. hergestellt worden sein. Ebenso werden T. Verbindungen zum NSU nachgesagt, der 2006 ebenfalls in Kassel Halit Yozgat ermordete. Auffällig ist, dass T. immer nur im Nahfeld der Morde vermutet wird. Nach Verbüßung einer erneuten Haftstrafe kehrte T. nun in seine Heimat zurück und hat eine kleine Gefolgschaft um sich versammelt, versucht Schüler*innen zu rekrutieren, bedroht Menschen, die sich ihm in den Weg stellen und ist bereits in eine gewaltvolle Auseinandersetzung verwickelt gewesen, bei dem es um das Entfernen rechtsextremer Aufkleber ging, was nicht im Sinne T.s war. Mehrere Anwohner*innen wurden verletzt. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass seine neu gegründete rassistische Gruppierung „Aryan Circle Nord“ aus bis zu 15 Personen besteht.