Für eine gute Zukunft in der Metropolregion ist noch viel zu tun

Kathrin Bockey: Die im letzten Herbst veröffentlichte OECD Studie hat es uns gezeigt: Von Dithmarschen bis Ludwigslust-Parchim, von Uelzen bis Fehmarn hat sich viel entwickelt Die Region ist dynamisch unterwegs, was das Unternehmertum zeigt! Hamburg macht sein Umland stark.

Kathrin Bockey Bild: Foto: Michael August

Rede aus dem Landtag

TOP 4: 9-Punkteplan für eine gute Zukunft der Metropolregion (Drs. 19/1931)

„Die im letzten Herbst veröffentlichte OECD Studie hat es uns gezeigt: Von Dithmarschen bis Ludwigslust-Parchim, von Uelzen bis Fehmarn hat sich viel entwickelt Die Region ist dynamisch unterwegs, was das Unternehmertum zeigt! Hamburg macht sein Umland stark. Aber das gilt umgekehrt genauso! Die Studie hat viele positive Entwicklungen der letzten Jahre aufgezeigt. Es gibt leistungsstarke Wirtschaftszweige, die über Bundeslandgrenzen hinweg arbeiten. Dazu gehören die u.a. die maritime Wirtschaft, die Bereiche der Luftfahrttechnik und der erneuerbaren Energien. Jenseits dessen wurde aber auch deutlich, dass viele Wissenschaftsbereiche noch besser aufeinander abgestimmt arbeiten sollten und dass die Kopplung mit den Bedarfen der Wirtschaft noch vorangebracht werden muss. Für eine gute Zukunft in der Metropolregion ist noch viel zu tun! Die OECD Studie hat dafür viele Anregungen gegeben.

Diese haben wir einem Neun-Punkte-Plan zusammengefasst und ich möchte an dieser Stelle exemplarisch auf einige eingehen: 1. Unsere Metropolregion braucht eine stärkere Geschäftsstelle mit mehr Kompetenzen und einer besseren Ausstattung. „Innovationen und Netzwerke machen sich nicht von allein, die Entwicklung zu einer international anerkannten „Marke des Nordens“ sind vielschichtige Aufgaben in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus. 2. „Wirklich richtig wichtig“ für die Ausnutzung unserer Möglichkeiten wird in Zukunft sein, dass sich die Landesregierungen und Verwaltungsebenen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein enger und regelmäßiger miteinander austauschen. Gemeinsame Ziele zu entwickeln und umzusetzen wird entscheidender denn je, um die Lebensqualität im Norden zu sichern. Der Zusammenarbeitsausschuss Hamburg-Schleswig-Holstein war ein erster, innovativer Schritt. Das Interesse in meinem Wahlkreis ist an diesem Ausschuss sehr groß und wir sollten ihn weiter stärken. Dazu gehört auch eine Weitung des Blicks in Richtung Niedersachsen und Mecklenburg V. 3. Hamburg ist wirtschaftlich stärker, als sein weites Umland. Hamburg hat aber Schwierigkeiten, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen und Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Spätestens hier sieht man, dass alles mit allem zusammenhängt.

Ich bin ein Kind der Metropolregion Hamburg. Ich bin am Rande Hamburgs, auf dem Dorf, mitten in der Metropolregion groß geworden. Ganz ehrlich? Das habe ich damals nicht gewusst! Heute wissen das viele immer noch nicht. Aber sie merken es jeden Tag, wenn sie zur Arbeit nach Hamburg fahren. Zwischen Geesthacht, Marschacht und Hamburg quält sich jeden Morgen die lange Perlenkette aus Individualverkehr. Und das -warum?- Herr Buchholz, Sie werden es wissen! Weil eine Bahnanbindung des gesamten südöstlichen Schleswig-Holsteins im Raum entlang der Elbe fehlt. Die S-Bahn beginnt erst auf Hamburger Stadtgebiet und das sorgt dafür, dass tausende von Menschen aus Niedersachsen über die Elbbrücke zur A25 schleichen, um sich mit tausenden  Schleswig-Holsteinern und Mecklenburgern zu treffen, die sich morgens ebenfalls mit dem Auto in die Innenstadt quälen. Klimaschutz und guter ÖPNV sehen anders aus! Die Metropolregion Hamburg ist flächenmäßig eine der größten in Deutschland. Dass die Raumplanung in den vier betroffenen Bundesländern teilweise unterschiedlich organisiert ist, ist eine Herausforderung an sich. Denn z.B. auch die Wohnungsbaupolitik muss „größer gedacht“ werden. Dabei ist der Unterschied in der ÖPNV-Anbindung, bei der Digitalisierung, in der ärztlichen Versorgung etc. zwischen Stadt und Land eklatant und oft abrupt! Das müssen wir ändern, alle gemeinsam. Der Ostholsteiner wird nie ein Hamburger, genauso wenig wie der Lauenburger oder der Husumer. Aber frei nach der HipHop-Band „Fettes Brot“ ist der gemeinsame Nenner mit den Hamburgern: „Nordish by nature““