Ministerin Prien betreibt Bildungspolitik durch öffentliches Brainstorming

Kai Vogel: "Man kann über nahezu alles nachdenken und reden. Aber Frau Prien hat mal wieder den wirksamsten Weg gefunden, ihre eigene Idee zu sabotieren."

Kai Vogel Bild: Michael August

Zu dem Vorstoß von Bildungsministerin Prien, den ausgefallenen Unterricht an den Samstagen nachzuholen, erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel:

„Frau Prien lernt offenbar nichts aus ihren Fehlern. Nach der Bruchlandung in der KMK, die sie in Sachen Anerkennungsabitur hingelegt hat, bläst sie jetzt die Idee in die Welt, den ausgefallenen Unterricht durch Schule am Samstag nachzuholen.

Man kann über nahezu alles nachdenken und reden. Aber Frau Prien hat mal wieder den wirksamsten Weg gefunden, ihre eigene Idee zu sabotieren.

Die schroffe Ablehnung des Vorschlags durch die GEW zeigt, dass die Bildungsministerin es nicht für nötig befunden hat, ihre Idee zunächst mit denen zu erörtern, die da-runter zu leiden haben werden. Niemand darf sagen, dass die letzten Wochen verlängerte Ferien für unsere Lehrerinnen und Lehrer gewesen sind – ganz im Gegenteil.

Wenn nun die Antwort der obersten Dienstherrin auf das Engagement der Lehrkräfte in der Corona-Krise die Wiedereinführung der Sechstage-Woche ist, muss man sich über Lehrermangel nicht mehr wundern.

Auch nach drei Jahren im Amt ist die Ministerin immer noch dabei zu lernen, dass sie ihre Geistesblitze erst mit den Betroffenen – in diesem Falle Lehrergewerkschaften und -verbände sowie Personalvertretung – zu erörtern und erst nach einer Verständigung ins Mikrofon zu beißen.“