Landesregierung wälzt Reiserisiken auf Lehrkräfte ab

Kai Vogel: Unsere Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland haben sehr schwierige Monate hinter sich. Sie haben ein Recht darauf, die Sommerpause mit einem Tapetenwechsel zu verbinden

Bild: Foto: Michael August

Zu einem dienstlichen Anschreiben des Bildungsministeriums an die Lehrkräfte wegen Urlaubsreisen ins Ausland erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel:


“Unsere Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland haben sehr schwierige Monate hinter sich. Sie haben ein Recht darauf, die Sommerpause mit einem Tapetenwechsel zu verbinden.
Das Bildungsministerium bedankt sich für das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, indem es die Risiken, die aktuell sowohl mit Reisen ins Ausland sowie ins Inland nun einmal verbunden sind, voll und ganz an seine Beschäftigten abschiebt und ihnen mit Disziplinarmaßnahmen droht, wenn sie wegen einer theoretisch möglichen Quarantäne nicht rechtzeitig nach Ferienende wieder am Arbeitsplatz erscheinen – und das, nachdem Frau Prien nach ihrer Rückkehr aus Südtirol der erste prominente Quarantäne-Fall in Schleswig-Holstein gewesen ist.
Jeder vernünftige Mensch plant derzeit seinen Urlaub so, dass ein Ansteckungsrisiko gering ist. Es gibt aber derzeit keinen Fleck auf dem Planeten, wo diese Gefahr Null wäre. Die von der Landesregierung beschlossenen Lockerungen sind mit dem Restrisiko verbunden, dass die Ferienreisewelle ein neues Aufflammen der Corona-Infektion auslöst.
Das würde natürlich auch Lehrerinnen und Lehrer treffen. Aber die Landesregierung verstößt gegen ihre Fürsorgepflicht, wenn sie das damit verbundene Risiko ganz und gar auf die Lehrkräfte abwälzt und ihnen droht.”

Kai Vogel