SHIBB gestartet, aber vom falschen Startblock!

Kirsten Eickhoff-Weber: Die Pressekonferenz von Bildungsstaatsekretärin Dr. Stenke und Wirtschaftsminister Dr. Buchholz ließ klar erkennen, dass die Entscheidung bei den Jamaika-Koalitionsverhandlungen 2017, die Zuständigkeit für die berufliche Bildung vom Bildungs- auf das Wirtschaftsministerium zu übertragen, ausschließlich koalitionsarithmetische Gründe hatte.

Kirsten Eickhoff-Weber Bild: Foto: Michael August

 Zur heutigen Pressekonferenz der Landesregierung anlässlich des Starts des Schleswig- Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB) erklärt Kirsten Eickhoff-Weber, berufsbildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion:

„Die Pressekonferenz von Bildungsstaatsekretärin Dr. Stenke und Wirtschaftsminister Dr. Buchholz ließ klar erkennen, dass die Entscheidung bei den Jamaika-Koalitionsverhandlungen 2017, die Zuständigkeit für die berufliche Bildung vom Bildungs- auf das Wirtschaftsministerium zu übertragen, ausschließlich koalitionsarithmetische Gründe hatte. Damit verliert Frau Prien, nachdem Finanzministerin Heinold faktisch das Sagen beim UKSH übernommen hat, nun auch formal einen großen Teil ihrer Zuständigkeiten. Diese gesplittete Zuständigkeit ist mit den Sonntagsreden von der Gleichwertigkeit der allgemeinen und der beruflichen Bildung nicht vereinbar. Das Beharren des Bildungs- ministeriums auf seinen verbliebenen Kompetenzen stach in der Pressekonferenz deutlich gegen die Siegesgewissheit des Wirtschaftsministers ab, der für die Zukunft schon die Alternativlosigkeit dieser Entscheidung in Aussicht stellte. Zur Erinnerung: Das SHIBB wurde von der sozialdemokratischen Bildungsministerin Britta Ernst auf den Weg gebracht, die den Begriff „Berufliche Bildung“ sogar in ihre Ressortbezeichnung aufnahm, was Jamaika sofort rückgängig gemacht hatte. Wir wünschen dem neuen Institut Erfolg bei der Unterstützung und Beratung der Beruflichen Schulen und der Regionalen Berufsbildungszentren. Gerade angesichts der Corona-bedingten Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt ist dies dringend erforderlich, zumal selbst die Regierung einräumt, dass viele Ausbilder den Distanzunterricht mit verlängerten Präsenzzeiten im Ausbildungsbetrieb verwechseln.“

Kirsten Eickhoff-Weber