Energiewende

Schleswig-Holstein produziert jährlich über 100 Prozent seines rechnerischen Strombedarfs aus erneuerbarer Energie. Bundesweit leisten wir als Vorreiter einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und schaffen gleichzeitig die Grundlagen für die Wärme- und Verkehrswende. Wir wollen das atomar-fossile Energiezeitalter schnell beenden. Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz verlangen von uns auch einen Ausstieg aus der Kohleenergienutzung.

Bild: steppinstars (Pixabay)

Die Atomkraftwerke sollen so schnell wie möglich zurückgebaut werden. Durch eine Bundesratsinitiative setzen wir uns für die Abschaffung des sichereren Einschlusses der Reaktoren als Stilllegungsoption ein. Ziel für die SPD ist und bleibt: Energie muss für alle Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlbar sein. Zudem sind Energiekosten ein Standortfaktor für Wachstum und Beschäftigung. Bezahlbare Energie ist Grundbedingung für gesellschaftliche Entwicklung und Teilhabegerechtigkeit. Die Energiewende ist somit ein sozialdemokratischer Auftrag.

Die erneuerbaren Energien garantieren eine langfristige, bezahlbare, verfügbare und klimaverträgliche Energieversorgung. Beim Ausbau ist die Beteiligung der Menschen vor Ort entscheidend. Wir unterstützen örtliche und kommunale Beteiligungsmöglichkeiten. Das gilt insbesondere für genossenschaftlich organisierte Finanzierungsmodelle.

In Verknüpfung mit nachhaltiger Landwirtschaft gelingt uns Ressourcen- und Klimaschutz. Das führt zu mehr Einsparungen und Effizienz. Schleswig-Holstein ist vorbildlich im Netzausbau und schafft dadurch langfristig Standortvorteile. Zur Energieeinsparung und zum Einsatz erneuerbarer Energien bedarf es für den Privathaushalt unabhängiger und kompetenter Beratung. Diese wollen wir weiterhin durch die Verbraucherzentrale sicherstellen.

CCS und Fracking lehnen wir ab. Sie sind mit Blick auf unsere Umweltschutzgüter, insbesondere den Wasserhaushalt, nicht verantwortbar und widersprechen unseren Energiewendezielen. Wir wollen die Abkehr vom Verbrauch fossiler Ressourcen.

Die Energiewende braucht moderne Speicher und gute Netze

Im Bereich der regenerativen Energie ist Schleswig-Holstein ein wichtiger Ort für den Austausch zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Die Energiewende ist eine große Chance für den ländlichen Raum. Sie schafft mehrere tausend Arbeitsplätze.

Mit NEW 4.0 (Norddeutsche Energiewende 4.0) wurde eine Plattform für die Energiewende-Themen im Norden geschaffen. Gemeinsam übernehmen wir wichtige Schritte zur sektorenübergreifenden Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Einbezogen wird dabei auch der Verkehrs- und Wärmesektor.

Wir setzen uns für den verstärkten Einsatz von Speichertechnologien ein. Dazu gehören Wasserstoff, Methanisierung, Kraft-Wärme-Kopplung und die regionale Netzinfrastruktur. Wichtig ist dabei die Beteiligung von Städten und Kommunen. Erdverkabelung hat für uns Vorrang. Wir werden eine Landesnetzagentur schaffen (ggf. im Rahmen einer norddeutschen Lösung). Denn dezentrale Energiegewinnung und -versorgung verlangt nach dezentralem Netzmanagement.

Neue Energie auch in der maritimen Wirtschaft

Maritime Wirtschaft und erneuerbare Energien können in Schleswig-Holstein voneinander profitieren. Die damit verbundenen Potenziale wollen wir nutzen. Die in den Häfen liegenden Schiffe sollen künftig mit Landstrom versorgt werden. Außerdem fördern wir alternative Antriebstechnologien – auf See wie an Land. Dabei ist besonders LNG (Flüssiggas) am Standort Brunsbüttel wichtig. Wir wollen dort einen nationalen LNG-Terminal errichten.

Ausgewogener Ausbau der Windkraft

Der Erfolg der Energiewende ist auf den Gleichklang von energiepolitischen Zielen und der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. Eine ausgewogene Ausweisung von Eignungsflächen für Windenergienutzung und der Dialog mit den Menschen vor Ort sind uns deshalb besonders wichtig.

Wir werden darauf achten, dass unsere attraktiven norddeutschen Landschaften erhalten bleiben und der Artenschutz gewährleistet. Wir setzen uns dafür ein, dass die Bedarfsbefeuerung für Windkraftanlagen gesetzlich vorgeschrieben wird. Zugleich ist klar, dass auch die Nutzung erneuerbarer Energien nicht ohne Eingriffe in unsere Natur und Veränderung im Landschaftsbild möglich ist. Diese sind aber deutlich geringer als bei atomarer sowie fossiler Energiegewinnung und stehen für nachhaltige Energieversorgung.