Gesundheit

Seit 2014 haben wir für die Investitionsförderung an Krankenhäusern zusätzliche Mittel in Höhe von rund 124,5 Mio. Euro bereitgestellt. Das UKSH wird umfänglich saniert und erneuert. Wir haben das Krebsregister auf neue Beine gestellt. Diabetesprävention und -behandlung haben wir gefördert. Das Krankenhausgesetz wurde erweitert und Telemedizin vorangebracht. Wir wollen eine hochwertige medizinische Versorgung für alle Menschen in Schleswig-Holstein, unabhängig von Wohnort und Einkünften. Für die gerechte Finanzierung unseres Gesundheitssystems setzen wir uns weiterhin für eine solidarische Bürgerversicherung ein.

Bild: DarkoStojanovic (Pixabay)

Ärztliche Versorgung stärken

Um die medizinische Versorgung besonders im ländlichen Raum zu sichern, werden wir neu entwickelte und bewährte Konzepte stärken. Dabei spielt die Lotsenfunktion der Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Rolle. Daher werden wir die allgemeinmedizinische Ausbildung des hausärztlichen Nachwuchses vorantreiben. Wir prüfen, wie wir die ärztliche Tätigkeit auf dem Land für junge Medizinerinnen und Mediziner attraktiver gestalten können. Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenhäusern muss gestärkt werden.

Starke Krankenhäuser

Den Investitionsstau in den Krankenhäusern bauen wir schrittweise ab. Dazu dient das Investitionsprogramm „Impuls 2030“. Wir wollen in Zukunft den gesetzlichen Verpflichtungen bzgl. der baulichen Unterhaltung der Krankenhäuser in vollem Umfang nachkommen. Die Universitätskliniken in Lübeck und Kiel werden an die steigenden Anforderungen an medizinische und pflegerische Maximalversorgung angepasst. Dabei achten wir darauf, dass die Finanzierung nicht zulasten des Stellenplans im ärztlichen und pflegerischen Bereich geht.
Zur Stärkung der Krankenhäuser gehört auch mehr Wertschätzung für das Personal. Wir haben Schleswig-Holsteins Situation bei der Leistungsfinanzierung der Betriebskosten (Landesbasisfallwert) verbessert. Trotzdem gibt es weiterhin nicht hinnehmbare Unterschiede zwischen den Ländern, die auch Auswirkungen auf die Löhne des Personals haben. Wir werden uns auf Bundesebene dafür einsetzen, diese Ungerechtigkeiten zu beenden.

Landeskrankenhausgesetz gestalten

Die Menschen erwarten, dass sie in unseren Krankenhäusern optimal versorgt werden. Dafür wollen wir die stationäre Versorgung weiter verbessern. In einem Krankenhausgesetz werden wir die Regelungen für Behandlungs- und Strukturqualität, das Management der Entlassungen sowie sachgerechte Finanzierung und weitere Qualitätsfaktoren zusammenführen.
Gesundheit fördern und Krankheit vorbeugen
Viele schwere Erkrankungen könnten durch Vorbeugung verhindert oder gemildert werden. Deshalb wollen wir die Prävention stärken und weiterentwickeln. Eine besondere Herausforderung stellt die steigende Anzahl von Diabeteserkrankungen dar. Um dem zu begegnen, werden wir Pilotprojekte fördern und evaluieren. In diesem Zusammenhang werden wir die „Gesundheitsinitiative Schleswig-Holstein“ in ein Zukunftsprogramm überführen.
Zur Stärkung der Gesundheitsförderung wird die Kooperation von Kitas, Schulen und Kinder-, Jugend- sowie Behindertenhilfe mit dem Gesundheitswesen weiter ausgebaut. Auch die betriebliche Gesundheitsprävention werden wir fördern. Zur Umsetzung werden wir unter anderem das Instrument der regionalen Gesundheitskonferenzen nutzen.

Lehrstuhl für Altersmedizin

Um den wachsenden Anforderungen in der Gerontologie und Gerontopsychologie gerecht zu werden, schaffen wir einen neuen Lehrstuhl für Altersmedizin. Besonders im ambulanten Bereich werden wir mehr Angebote für Hochbetagte schaffen, die zu mehr Lebensqualität führen.
Telemedizin
Telemedizin hilft dabei, schnelle Diagnosen zu treffen. Zudem werden weite Wege zum nächsten Facharzt vermieden. Insbesondere auf Inseln und Halligen sorgt die Telemedizin dafür, schnell die notwendigen Behandlungen und lebenswichtige Maßnahmen einzuleiten. Wir wollen in Deutschland Vorreiter sein und intensivieren dafür in den internationalen Austausch. Besonders von den skandinavischen Ländern können wir viel lernen.
Öffentliche Verantwortung ernst nehmen: Cannabis entkriminalisieren
Schleswig-Holstein wird die bisherige fortschrittliche Drogenpolitik fortschreiben, die Suchtpolitik in Schleswig-Holstein weiter modernisieren und sich dabei an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren. Wir wollen eine bundesweite Regelung im Umgang mit Drogenkonsumentinnen und -konsumenten, die diese vor Kriminalisierung schützt.

Landespsychiatrieplan

Wir haben erstmals die komplette Struktur der psychiatrischen Versorgung im Land erfasst. Diese Erkenntnisse wollen wir aufgreifen und politisch umsetzen. Dazu werden wir einen Landespsychiatrieplan schaffen, in dem notwendige Verbesserungen im ambulanten und stationären Bereich berücksichtigt werden. Die Weiterentwicklung von Konzepten zur Eindämmung der individuellen Gesundheitsrisiken im Bereich Depression und psychischer Prävention werden wir unterstützen.
Versorgung sicherstellen
Viele Menschen in Schleswig-Holstein können aus verschiedenen Gründen ihr Recht auf Krankenversicherungsschutz nicht wahrnehmen. Die Bemühungen um eine Sicherstellung anonymer medizinischer Versorgungsangebote werden wir fortsetzen. Patientenrechte werden wir auf Landes- und Bundesebene stärken und die Arbeit des Patienten­ombudsvereins, der Beschwerdestellen sowie der Bürgerbeauftragten unterstützen.

Geburtshilfe

Die Begleitung vor, während und nach der Geburt durch Hebammen ist nicht ersetzbar. Der Hebammenberuf muss organisatorisch, rechtlich und finanziell gestärkt werden, damit diese Begleitung gesichert ist. Die hohen Versicherungsprämien müssen kompensiert werden, sodass die finanzielle Belastung der Hebammen begrenzt wird.
Mit den Versicherungen werden wir uns darum bemühen, eine sozialverträgliche Lösung zu erarbeiten. Zudem werden wir die Anzahl der Ausbildungsplätze erhöhen und zusätzlich ein Studium für den Hebammenberuf einführen. Auf unseren Inseln und Halligen sowie in den Kreisen Nordfriesland und Ostholstein sichern wir die Begleitung durch individuelle Lösungen, die in enger Absprache mit Hebammen, Kommunen, Krankenhaus und Krankentransport vor Ort erarbeitet werden. Bei allen Plänen hat die Sicherheit von Mutter und Kind und die Selbstbestimmung der Familie höchste Priorität.
Boarding-Angebote werden bedarfsgerecht ausgebaut und stehen den Familien rechtzeitig zur Verfügung. Zielrichtung ist eine organisatorische und finanzielle Entlastung beider Eltern, um das Boarding möglichst familienfreundlich zu gestalten. Durch den Einsatz von entsprechender Technik im Bereich Telemedizin können Hebammen im engen Austausch mit den Gynäkologinnen und Gynäkologen stehen.