Wirtschaftspolitik

Seit 2012 sind in Schleswig-Holstein rund 80 000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Das Land ist wirtschaftlich auf einem guten Weg. Das liegt auch an unserer klugen Wirtschaftspolitik.

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Der Mittelstand prägt die Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Er ist ein Garant für Wertschöpfung und berufliche Perspektiven junger Menschen. Kleine und mittlere Unternehmen haben eigene Stärken und Bedürfnisse. Daran orientiert sich unsere Wirtschaftspolitik. Sie folgt den Nachhaltigkeitszielen der UN (Sustainable Development Goals) und setzt sich dafür ein, dass der Gedanke des fairen Handels in Schleswig-Holstein gestärkt wird (Fair-Trade-Land Schleswig-Holstein).

Unsere gezielte Wirtschaftsförderung

Wir verteilen Fördermittel nicht nach dem Gießkannenprinzip. Wir setzen sie gezielt ein. Unsere Wirtschaftsförderung setzt auf Nachhaltigkeit, Gleichstellung und die Kriterien guter Arbeit. Die Förderinstrumente für große Unternehmen und den Mittelstand haben sich bewährt. Deshalb wollen wir sie weiterentwickeln. Dabei setzen wir auf ökonomische, ökologische und soziale Aspekte.

Wir unterstützen Betriebe durch Darlehen, Bürgschaften und Beteiligungskapital. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen beraten wir bei Zukunftsthemen wie Fachkräftesicherung, Unternehmensnachfolge und Digitalisierung. Ansiedlungen und professionelles Flächenmanagement der Kommunen unterstützen wir, etwa bei Konversionsprojekten oder interkommunalen Gewerbegebieten. Wir fördern die Einrichtung von standortnaher Kinderbetreuung.

Industriepolitik neu denken

Mit starken Partnern aus Gewerkschaften, Verbänden und Kammern haben wir das „Bündnis für Industrie.SH“ geschlossen. Wir gehen gemeinsam Zukunftsthemen an wie Industrie 4.0 und mehr Wertschöpfung durch die Energiewende.

Die Industrie von heute ist modern und innovativ, bietet hochwertige Arbeitsplätze und gute Ausbildungsmöglichkeiten. Auch Schleswig-Holstein hat starke industrielle Kerne. Das gilt besonders für Chemieindustrie, maritime Wirtschaft, Medizintechnik, Ernährungswirtschaft und den Maschinen- und Anlagenbau. Diese wollen wir unterstützen.

Dazu werden wir das „Bündnis für Industrie.SH“ fortführen und weiterentwickeln. Wir wollen das Image der Industrie verbessern und mehr für diesen Wirtschaftsbereich werben. Die Energiewende bietet gute Chancen für mehr Wertschöpfung. Das Potenzial des hier gewonnenen Stroms wollen wir durch innovative Technologien voll ausschöpfen. Unsere herausgehobene Stellung bei der Energieproduktion muss auch in der Standortwerbung ein wiedererkennbares Markenzeichen werden.

Unsere Stärken stärken

Zu unseren wirtschaftlichen Stärken gehören die maritime Wirtschaft, erneuerbare Energie, Ernährungswirtschaft, Informationstechnologie, Gesundheitswirtschaft und der Tourismus. Diese Branchen sind Grundlage unserer regionalen Innovationsstrategie, mit der wir EU-Fördermittel bündeln. Um die Akteure besser miteinander zu vernetzen, fördern wir in jeder dieser Branchen ein landesweites „Cluster“.

Handwerk in Schleswig-Holstein

Das Handwerk in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Arbeitgeber, Garant der dualen Ausbildung und starker Wirtschaftsfaktor. Gemeinsam mit den Kammern wollen wir der Branche bei der Ausrichtung auf die Zukunft helfen. Dazu werden wir die Handwerksbetriebe bei der Fachkräftesicherung und der Digitalisierung durch Beratung und Förderung unterstützen. Der Meisterbrief ist dabei ein wichtiger Qualitätsnachweis und muss erhalten bleiben.

Standortmarketing

Mit der Dachmarke „Der echte Norden“ hat Schleswig-Holstein zum ersten Mal in seiner Geschichte eine stringente Marketingstrategie geschaffen. Wir wollen die Sichtbarkeit unseres Bundeslandes weiter erhöhen und so Wirtschaft und Tourismus stärken. „Der echte Norden“ soll zum überregionalen Erkennungsmerkmal des Landes werden.

Innovation und Technologietransfer als Garant für Wettbewerbsfähigkeit

Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Hochschulstandort mit hochkarätiger Forschung. Gerade die außeruniversitäre Forschung ist ein wichtiger Standortfaktor. Den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft haben wir verbessert. Dabei sind die Instrumente der Innovationsförderung aus EU-Mitteln und die Kofinanzierung des Landes von besonderer Bedeutung.

Wir werden sie passgenau und orientiert am Bedarf der Unternehmen in Schleswig-Holstein weiterentwickeln. Wirtschaft und Wissenschaft werden wir noch enger zusammenbringen. Dafür haben wir ein Innovations- und Technologieforum gegründet. Das befördert den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Wirtschaft.

Außerdem wollen wir den beruflichen Übergang junger Akademikerinnen und Akademiker erleichtern und Weiterbildung fördern, damit Kreativität und Mut zu Neuem im Erwerbsleben erhalten bleiben. Dabei kann auch die Kreativwirtschaft, z. B. mit dem OpenCampus, einen Beitrag für die Umsetzung von Innovationen und Technologietransfer leisten.

Förderung von IT-Start-ups und Initiativen zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle

Wir wollen eine „Garagen-Wirtschaftsgründerkultur“ in Schleswig-Holstein im Sinne eines „Silicon-Förde“ und einer „IT-Region Wattenmeer“ etablieren. Dazu unterstützen wir bereits bestehende Initiativen, bei denen alternative Formen der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der Austausch von Geschäftsideen im Vordergrund stehen.

Schleswig-Holstein lebt schon immer von guter Vernetzung der lokalen Akteure. Diese Stärke wollen wir auch in einer digitalen Gesellschaft ausspielen. Innovative Kommunikations- und Vernetzungsformate sollen zum festen Bestandteil der Wirtschaftsförderung des Landes Schleswig-Holstein werden. Dazu zählt es, an bereits bestehende Strukturen z. B. Technologieparks anzuknüpfen und diesen Initiativen und jungen Unternehmen den Zugang zur digitalen Infrastruktur zu erleichtern.

Existenzgründer als Mittelstand von morgen

Gemeinsam mit Investitionsbank, mittelständischer Beteiligungsgesellschaft und Bürgschaftsbank haben wir Förderprogramme wie den Seed- und Start-up-Fonds weiterentwickelt. Existenzgründerinnen und Existenzgründer sind der Mittelstand von morgen – auch im ländlichen Raum. Deshalb wollen wir sie auf verschiedenen Ebenen fördern: von der Ausgründung aus den Hochschulen bis zur Unternehmensnachfolge im Handwerk.

Individuelle Fördermöglichkeiten in der Vorgründungs- und Gründungsphase sind besonders wichtig, um Geschäftsideen für die Praxis reif zu machen. Diese stellen wir bereit. Dazu gehören Gründungsstipendien, Mikrokredite, Existenzgründungzuschüsse, die Unterstützung der bestehenden Technologiezentren sowie die Bereitstellung von privatem Wagniskapital.

Wir werden gezielt Frauen als potenzielle Existenzgründerinnen motivieren. Durch Wettbewerbe und Unternehmensplanspiele mit Schulen und Hochschulen wollen wir frühzeitig für die berufliche Option einer Existenzgründung sensibilisieren. Auch Auszeichnungen und Preise von Kammern und Wirtschaftsverbänden für innovative Geschäftsideen und junge Start-ups unterstützen wir.